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Weihnachten

Weihnachten ist ein christliches Fest. Die Protestanten und die Katholiken feiern die Geburt Jesu. Deswegen nennen die Deutschen auch Weihnachten: das Christfest. Der Hauptfesttag ist der 25. Dezember. Seit Martin Luther und der Reformation beginnt das Fest aber schon am 24. Dezember mit dem Heiligabend. Dieser Abend nennt man auch: Heilige Nacht oder Christnacht.

Heute verbinden viele Deutsche mit dem Begriff "Weihnachten" meist nur noch Konsum und Urlaubstage. Deshalb wählen viele Deutsche auch, von dem ganzen Rummel zu fliehen: Sie buchen eine Reise irgendwohin, wo es warm ist, und wo die Sonne scheint.

Viele Deutsche lieben aber auch Weihnachten. Sie mögen die gemütliche Atmosphäre, die vielen Kerzen, die Weihnachtslieder und die Weihnachtsmärkte.

Je näher die Weihnachtstage rücken, umso größer wird die Hektik sowohl in Dänemark als auch in Deutschland: Was muss noch gemacht werden? Kauft man einen Adventskranz oder macht man den selber? Was mit Weihnachtsgestecken? Bekommen die Kinder Adventsgeschenke? Wer kauft die Weihnachtsgeschenke? Was soll man kaufen? Wann werden Plätzchen gebacken? Geht man zu einem Krippenspiel in der Schule oder in der Kirche? Was mit dem Weihnachtsbaum? Und der Schmuck für den Baum? Die Krippe und Lichterketten – Lichterketten sind wichtig.

Der Weihnachtsmarkt
Überall gibt es mit dem Beginn der Adventszeit Weihnachtsmärkte. Man findet die Märkte nicht nur in den großen Städten, sondern auch in den kleinen Städten, in einzelnen Stadtteilen und auf dem Lande. In Süddeutschlandland werden sie Christkindlmärkte genannt.

Auf einem Weihnachtsmarkt sind viele kleine Häuschen aus Holz aufgestellt, wo man alles Mögliche kaufen kann. Oft findet man über 100 Buden auf so einem Markt. Die Buden verkaufen nicht nur Sachen wie Weihnachtsschmuck, sondern auch Essen und Getränke wie zum Beispiel Glühwein.

Der 6. Dezember
Am 6. Dezember feiert man in Deutschland den Nikolaustag. Nikolaus von Myra war ein Bischof im 4. Jahrhundert, der als Schutzpatron der Kinder verehrt wird. Ihm zu Ehren bekamen Kinder schon im Mittelalter am 6. Dezember Geschenke. Das war sein Namenstag.

Schon am Abend vor dem 6. Dezember stellen die Kinder ihre Stiefel und Schuhe vor die Türe. Sie hoffen, daß der Nikolaus sie mit Süßigkeiten und Obst füllt.

Abends kommt dann der Nikolaus. Er hat einen weiten Mantel und eine Bischofsmütze an. Er hat immer eine Rute für die bösen Kinder mit und einen Sack voller kleiner Geschenke für die lieben Kinder. Außerdem hat ein großes Buch. Aus dem Buch liest er den Kindern vor, was sie für gute und böse Dinge getan haben. Danach verteilt er kleine Geschenke. Meistens bekommt jeder etwas.

Manchmal wird der Nikolaus auch von einem Helfer begleitet, dem Knecht Ruprecht. Der Knecht Ruprecht ist der Gehilfe des Heiligen Nikolaus.

Der Knecht Ruprecht ist in der Regel in eine braune oder schwarze Kutte gekleidet. Er trägt am Gürtel eine Rute und er hat Geschenke in einem Korb auf seinem Rücken – meist kleine Säcke, gefüllt mit Mandarinen, Erdnüssen, Schokolade und Lebkuchen.

Heiligabend
Die Deutschen feiern Weihnachten zu Hause mit der Familie. Sie treffen sich erst in der Kirche und nachher essen sie gemeinsam. In einigen Teilen von Deutschland essen die Deutschen wie die Dänen: Ente, Ganz oder Pute. In anderen Teilen wird so einfach wie möglich gegessen, damit das Fest auch für die Hausfrau ein Fest sein kann. In Baden Württemberg essen viele zum Beispiel Würste und Bratkartoffeln.

Nach dem Essen zündet man die Kerzen am Weihnachtsbaum an. Die Familie singt Weihnachtslieder wie die Dänen, aber sie tanzen nicht um den Weihnachtsbaum. Sie sitzen in bequemen Stühlen und singen. Um den Weihnachtsbaum zu tanzen ist etwas typisch Dänisches. Wenn sie gesungen haben, kommt die Bescherung. Bei der Bescherung bekommt man Geschenke und man vergibt Geschenke.

Stille Nacht – Heilige Nacht
Das Lied wurde vom österreichischen Komponisten Franz Gruber komponiert. Er lebte von 1787 bis 1863 bei Salzburg, wo er als Dorfschullehrer und Organist arbeitete.

Franz Gruber schrieb die Melodie zu einem Gedicht von Joseph Mohr. Joseph Mohr war Hilfspriester in einer Kirche bei Salzburg. 1816 schrieb er das Gedicht, aber erst 1818 komponierte Franz Gruber eine Melodie dazu. Um Weihnachten 1818 führten die beiden Herren das Lied zum ersten Mal auf. Das Publikum war begeistert – es mochte das Lied und den Text. Heute ist der Text in mehr als 300 Sprachen und Dialekte übersetzt.

Der Weihnachtsbaum
Der Brauch, einen schön geschmückten Christbaum in die Wohnung zu stellen, stammt aus Deutschland. Der Baum ist oft entweder eine Nordmanntanne oder eine Fichte. Sie werden in Deutschland oder Österreich gezüchtet. In vielen Fällen sind die Bäume aber auch aus Dänemark importiert.

Man sagt, dass der erste Weihnachtsbaum 1419 von Bäckern in Freiburg aufgestellt wurde. Der Baum war mit Nüssen und Früchten geschmückt. Der Baum stand bis zum Neujahr, wo er abgeschüttelt wurde. Erst dann durften die Kinder die Früchte und die Nüsse essen.

Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde es in den Fürstenhäusern üblich, zu Weihnachten einen Baum im Wohnzimmer aufzustellen. Der Baum wurde mit Süßigkeiten, Nüssen und Äpfeln geschmückt. 1730 sah man zum ersten Mal Kerzen als Schmuck, und 1830 kamen die ersten Christbaumkugeln. 1878 sah man zum ersten Mal Lametta für den Weihnachtsbaum.

1785 wurde der erste Weihnachtsbaum in Berlin aufgestellt, und 1816 kam er nach Österreich.
Im Krieg 1870 / 71 gegen Frankreich machte sich der preußische König dadurch populär, dass er Weihnachtsbäume in den Lazaretten aufstellen ließ. Seitdem verbreitete sich der Brauch mit Weihnachtsbäumen mit raschen Schritten.

Die Bescherung
Sie ist ein christlicher weihnachtlicher Brauch, bei dem Geschenke ausgetauscht werden. Der Vorläufer der Bescherung am Heiligabend war der Nikolaustag am 6. Dezember. Nach Luther wurde in evangelischen Regionen die Bescherung auf Heiligabend verlegt, da die evangelische Kirche keine Heiligen kennt. Darum konnte sie auch nicht die Namenstage der Heiligen feiern.

Ursprünglich wurde nur den Kindern beschert. Erst später wurde der Brauch auch auf Erwachsene ausgedehnt.